Über: Back on the Road

Im Frühjahr 2021, ziemlich genau 50 Jahre nach dem Folk-Boom in Deutschland, fiel mir bei Aufräumarbeiten das letzte Exemplar von OIGEN: Zwischen Sternenstaub und Hühnerdreck in die Hände.

Dieses Traktat von 1986 mit autobiografischen Erinnerungen, Zeichnungen und eigenen Liedern beschreibt die Zeit, in der ich als Straßenmusiker unter dem Namen OIGEN – Sänger vom Frankenschlag im Umfeld der damals bekannten Deutschfolk-Gruppe Elster Silberflug und anderen Musikern der Krautfolk-Bewegung dilettierte.

Ich erzähle darin aus meinem Leben, von befreundeten Musikern, aber auch von Begegnungen mit anderen Zeitgenossen.
Ergänzt wurden meine Geschichten und Songtexte durch Beiträge von Freunden, die ihre Erinnerungen beschrieben.

Als die Hessische Kulturstiftung 2021 ein zweites Förderprogramm auf den Weg brachte, bewarb ich mich bei der HKST, die mir eine Projekt-Förderung bewilligte. Vielen Dank. Ursprüglich wollte ich das Projekt als PDF/ebook veröffentlichen, doch die Möglichkeit, Künster/Innen in diesem Blog mit Videos und Links vorzustellen, erschien mir sinnvoller, weil Back on the Road dadurch dynamisch bleibt und sich weiter entwickeln kann.

Der Titel meines Projektes Back on the Road möchte an die Folkmusik-Szene der 1970er Jahre im deutschsprachigen Raum erinnern, die für mich und viele Freunde prägend war.

Neben Abbildungen einer Auswahl von Original-Seiten aus OIGEN: Zwischen Sternenstaub und Hühnerdreck hoffte ich, auch Erinnerungen anderer aus dieser Zeit sammeln zu können.

Ich begann mit meiner Überarbeitung. Dass ich den ursprünglichen Text letztendlich komplett neu schreiben musste, wurde mir erst während der Projektarbeit bewusst, aber es machte mir viel Spaß in meine Vergangenheit einzutauchen. Anderen ging es ebenso, wie ich aus Rückmeldungen erfuhr.

Der langjährige Musik-Redakteur von Bayern2 Carl-Ludwig Reichert, Autor des Buches FOLK, hat mir freundlicherweise ein ganzes Kapitel seines Buches zur Verfügung gestellt, vielen Dank!

Außerdem hoffte ich auf Beiträge älterer KünstlerInnen, von denen manche (nicht nur in Corona-Zeiten) ebenso durch alle sozialen Raster fallen, wie aktive MusikerInnen heutzutage.

Über Facebook und andere Kanäle verschickte ich ein paar Interviewfragen. Die an meine Generation waren wie folgt:

  1. Was hast Du in den 70/80ern gemacht? Straßenmusiker/ Folk-Sänger / Singer/Songwriter/ in einer Band?
  2. Inwiefern hattest Du damals Kontakt mit der Deutschfolk-Szene?
  3. Warst Du auch  später „künstlerisch“ tätig, was auch „lebenskünstlerisch“ beinhalten darf.
  4. Was verbindest Du mit dem Begriff Deutschfolk?
  5. Was machst Du heute?
  6. Fühlst Du Dich im Alter als Künstler/In vom Staat gewürdigt und sofern (besonders in Corona-Zeiten) nötig, angemessen unterstützt?
  7. Welche Gefühle lösen die Erinnerungen in Dir aus?
  8. Wie geht es dir heute und was sind deine Perspektiven?

Bei den Fragen an jüngere Musiker/Innen war die aktuelle Situation im Lockdown stärker gewichtet.

  1. Bist Du Straßenmusiker, Singer/Songwriter und / oder spielst in einer Band?
  2. Sagt Dir der Begriff ‚Deutschfolk‘ der 1970er Jahre etwas (siehe Wiki)
  3. Konntest Du während der Corona-Krise irgendwo auftreten? Konzert, Straße, privat?
  4. Fühlt Du Dich als Künstler/In während der Corona-Einschränkungen vom Staat gewürdigt und in irgendeiner Weise unterstützt?
  5. Wie überlebst Du derzeit, wenn Du nicht auftreten kannst? (Job, Ersparnisse, Stipendium, Eltern, Stiftung, Lotto?)
  6. Wie geht es dir heute und was sind deine Perspektiven?

Die Antworten der Künstler/Innen sind in der Reihenfolge der Einsendung unter „Aktuelle Beiträge“ zu finden. (c) by den AutorInnen.

Mitmachen? Wer Interesse hat, sich auf Back on the Road vorzustellen, ist dazu herzlich eingeladen. Dabei ist völlig freigestellt, auf meine Fragen zu antworten oder einen anderen Text mit Bild und Links zu schicken.

Lasst von Euch hören…epzone(ädd)t-online.de

Eugen Pletsch
Mittsommer 2021