Bernhard Schumacher

Flötist, Musiklehrer ehemals Bernies Autobahn Band
Bernhard Schumacher

1.)Was hast Du in den 70/80ern gemacht? Straßenmusiker/ Folk-Sänger /  > Singer/Songwriter/ in einer Band?

Straßenmusik, meistens an der Hauptwache in FfM mit einem Uher-Report und zwei bunt bemalten Lautsprecherboxen, aus denen selbst gespielte Begleitung, z.B. Mandoline und Gitarre oder Saxophon und Trompete kamen.

Ich habe meine extra laute schwarze Sopranblockflöte gespielt, die dann durch Bernies Karnickeljagd ziemlich bekannt geworden ist. Als mir die Penner dort zu sehr auf den Leib bzw. auf den aufgestellten Spendentopf rückten, habe ich Kollegen gebeten, mit mir zu gehen. Man nahm nicht schlecht ein damals, keiner hatte Geld genug und jeder musste Miete zahlen. Wolfgang Schmidt und Bernie wechselten sich ab, mal der eine, mal der andere fuhr mit mir von der Bergstraße nach Frankfurt. Mit Bernie Conrads und mir entstand daraus das Duo „Good Company“. Erste deutschsprachige Lieder waren „Ulli mit seinem 40-Tonner“, „Heh, hör mal her“ und andere.

Nach einer „Multimedia-Tour“ quer durch Deutschland im irre heißen und trockenen Sommer 76 mit 18 Musikern und einem Maler, der jeden Abend auf einer großen Leinwand am hinteren Bühnenrand ein neues Bild malte, hatten wir nicht mal genug eingenommen, um den Busfahrer angemessen zu bezahlen. Aber ein paar Wochen später trafen sich der Rest von Elster Silberflug und Bernie und ich und fingen an, zusammen Straßenmusik zu machen, sehr erfolgreich z.B. in Würzburg. Mit der Zeit kamen Engagements von der Straße weg in Kneipen und dann Jugendzentren, es entstanden weitere eigene Lieder … „Bernies Autobahn Band“

 2.) Inwiefern hattest Du damals Kontakt mit der Deutschfolk-Szene?

Es gab zunehmend Einladungen zu Festivals, wir waren immer wieder mal bei Hilde Döbner in Witten …

 3.) Warst Du auch  später „künstlerisch“ tätig, was auch „lebenskünstlerisch“ beinhalten darf.

Habe auch nach meinem Ende bei Bernies Autobahn Band (1987) nie aufgehört, Musik zu machen. Über 30 Jahre in Oberbayern überwiegend junge Instrumentalisten unterrichtet, Blockflöte, Gitarre, die letzten Jahre nur noch Blechinstrumente, eine „Trompetenschule für Kinder“ verfasst und beim Alfred-Verlag veröffentlicht.

Seit 2016 wieder an der Bergstraße, unterrichte ich an der Seeheimer Musikschule, zur Zeit ungern online, hoffe, dass bald wieder Unterricht von Angesicht zu Angesicht möglich sein wird. Außerdem bin ich musikalisch in der Pfarrei St. Bonifatius engagiert, bis zum Beginn der Pandemie als Kirchenchorleiter und Musikant in verschiedenen Formationen. Z.B. als Tubist mit drei weiteren Bläsern im Quartett „Wood And Brass Ensemble“, es gibt ein paar YouTube-Filmchen unter dem Namen.

5.) Was machst Du heute?

Siehe oben.

 6.) Fühlst Du Dich im Alter als Künstler vom Staat gewürdigt und sofern  (besonders in Corona-Zeiten) nötig, angemessen unterstützt?

Vom Staat gewürdigt fühle ich mich nicht. Immerhin auch nicht verfolgt, was schon viel ist. Unterstützung habe ich erhalten von privaten Freunden, die mich z.B. in ihrer Schule als Instrumentallehrer meine Sporen und meinen Lebensunterhalt verdienen lassen haben.

7.) Welche Gefühle lösen die Erinnerungen in Dir aus?

Je ne regrette rien.

 8.) Welche Frage fehlt Dir?

Das reicht, glaube ich. Wenn nicht, kann ich noch nachliefern. Bernies Buch „Ohne Filter“ beschreibt die Stimmung vor Entstehung der Autobahn Band sehr gut, finde ich.

Website: https://www.schumusik.de/
YouTube-Kanal „Bernhard Schumacher
Musik: https://schumusik.bandcamp.com

Nach dem Gewitter am Walchensee (Mein Favorit, ep)

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