Fiddle Folk Family

Vielen Dank für den Hinweis auf dein Projekt! Wir haben uns spontan entschlossen, den weisesten und ältesten unserer Gruppe zu verpflichten, einen kleinen Beitrag zu verfassen….

Fiddle Folk Family

Ende der 70er Jahre wurde die Gruppe „Tonkrug“ an der Uni in Leipzig aus der Taufe gehoben. Die Gruppe war ursprünglich an der physikalischen Fakultät als „Singeklub“ gegründet worden. Da ich Physik im Lehramt studierte und musikalisch interessiert war, trat ich und später auch meine Frau, der Gruppe bei. Motiviert durch die damaligen Folkstanzabende der Gruppe „Folkländer“ und deren ungezwungene Art zu musizieren, waren wir uns über die Musikrichtung schnell einig: Es musste deutsche Folklore sein.

Eine in der DDR verlegte Platte der Gruppe „Zupfgeigenhansel“ tat ihr Übriges. So tingelte die Gruppe „Tonkrug“ mit Liedern und Tänzen aus der Lutherzeit und der Wanderburschen über die Märkte und Festwiesen und durch die Konzertsäle der Ostrepublik. Ein Stück „kleine Freiheit“ im sonst restriktiven DDR-Kulturbetrieb. Immer auf der Jagd nach (guten) alten Instrumenten, nach interessantem Liedmaterial und Kontakten zu Gleichgesinnten.

Nach der Wende löste sich die Gruppe auf. Meine Frau und ich blieben aber dem Folk treu und so gründeten wir gemeinsam mit unseren 4 Kindern die „Fiddle Folk Family“. Bis zum heutigen Tag ziehen wir an den Wochenenden durch die Lande und spielen im Jahr 40-50 Konzerte.


Das musikalische Handwerk ist professioneller geworden, ebenso das leidige, aber notwendige Marketing. Wir haben eine Webseite (https://fiddle-folk.de), einen youtube-Kanal (https://fff.band/youtube) und sind bei spotify (https://fff.band/spotify).

Die Corona-Zeit haben wir genutzt, um unser neues Album fertigzustellen, was hoffentlich 2021 noch erscheinen wird. Es wäre das erste Studioalbum, die anderen beiden davor waren immer Live-Produktionen – ein Weg, der beim Folk erst einmal nahe liegt.

Das Repertoire ist über die Zeit breiter geworden und reicht vom deutschen Handwerksburschenlied, amerikanischen Protestsong bis zur irischen Ballade.

Als Folklorist hatte man zu DDR-Zeiten kaum Unterstützung. Von vielen Folkis war diese auch nicht gewollt. Man begab sich ungern in Anhängigkeiten und schätzte seine kleine musikalische Freiheit.

Bei mir ist es bis heute so geblieben. Ich muss nicht von meiner künstlerischen Tätigkeit leben und erwarte in dieser Beziehung nichts vom Staat.  

Text: Andreas Klinger

https://fiddle-folk.de sowie https://fff.band

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